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                              10 statt 1000 Jahre - der Nationalsozialismus in Merzig

                                                                                                                                                                                                    

Einleitung

In Merzig ist es wie in vielen Gemeinden in unserem Land, die Zeit des Nationalsozialismus ist Tabu und wird verschwiegen. Wer in der Vergangenheit sucht macht sich unbeliebt. Man gibt sich zwar Mühe heute diese Zeit aufzuarbeiten, aber man tut sich immer noch schwer. Einerseits erkennt man Hitler die Ehrenbürgerschaft von Merzig ab, die er aber eigentlich nie hatte, andererseits widmet man einem strammen und überzeugtem Nazi einen Platz. Honorige Bürger versuchen mit allen Mitteln, mich zu diskreditieren. Das perfide daran ist, das diese honorigen Bürger auch heute wieder willige Helfer finden. Im Gegensatz zu Valentin Kiefer und Emil Bone, können mich diese Denunzianten nicht in ein Konzentrationslager oder aufs Schafott bringen. Es ist dennoch erschreckend das diese feigen, verschlagenen und hinterlistigen Denunzianten immer noch Gehör finden statt sie zu verdammen. 

Wer waren die Täter? Wer hat von den Deportationen und Vertreibungen der jüdischen Mitbürger profitiert? Das sind nur einige Fragen die sich stellen. Viele Geschäfte hätte es ohne den Nationalsozialismus in Merzig nie gegeben.

Die Chancen der arischen Mitbürger sich an jüdischem Eigentum zu bereichern wurde auch in Merzig genutzt. Manches Haus und manches Geschäft, wurde für wenig Geld von arischen Mitbürgern erworben. Schamlos wurde jüdisches Eigentum durch die arischen Mitbürger verwertet. Landrat Roth hat sich sogar bei Bürgermeister Nelles schriftlich beschwert, das von Juden geraubtes Eigentum von der Stadtverwaltung zu billig versteigert wurde. (Quelle: Landesarchiv Saar)

Wie auch im restlichen Deutschland hat es 1945 in Merzig natürlich keine Nazis gegeben, man hat Hitler nicht gewollt, man hat ja nichts gewusst, man konnte ja nichts tun. An der Reichspogromnacht haben sich natürlich auch keine Merziger beteiligt.

Die überzeugten Nazis von Merzig waren plötzlich alles gute Bürger, und über die Vergangenheit wird nicht gesprochen. Trotzdem konnten aber einige ihre Einstellung aber nicht verbergen, und entlarven sich in ihren Veröffentlichungen selbst.

1945 waren alle Deutschen die Opfer. Es wurde gejammert über die Bombenangriffe, die schlechten Zeiten, der Hunger usw.. Das ihr handeln, die Ursache für ihre "Leiden waren, das wollte niemand wissen. Kein Wort des Mitleids gegenüber den wahren Opfern, kein Wort über die eigene Schuld.    

 

Die Saarabstimmung am 13.Januar 1935

Am 13. Januar 1935 fand die Saarabstimmung statt. Auch in Merzig wollte man

"Heim ins Reich"

Das Abstimmungsergebnis

Kreis Merzig 94, 9%

Merzig-Land 95,2 %

Stadt Merzig 93,8 %

stimmten für den Anschluß an das Deutsche Reich und somit für Hitler und den Nationalsozialismus  

(Quelle: Heimatbuch 1991)

                                                                                                                                           

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                                        Archiv Bernd Schirra

                                                                                                                                    
Am 1. März 1935 erfolgte der Anschluss des neu geschaffenen Gau Saarland unter Gauleiter Josef Bürckel an Nazideutschland. Der Terror gegen andersdenkende und die jüdische Bevölkerung brach los. 

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                                                                            Foto: Archiv Schirra                         

           Das "Braune Haus" in Merzig. Geschäftsstelle der NSDAP und Sitz der der Bauleitung Merzig des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen in der Josefstraße 1.

 

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Claudius Rupp Hauptsturmführer 2. SS Panzerdivision "Das Reich"

 

 

                                                                                                                                                                              geboren 1919 in Merzig, verstorben 2004

 

       

  

 

                       Links auf dem Panzer sitzen Claudius Rupp

                  Quelle: Claudius Rupp "Im Feuer gestählt".      
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                    Claus Jakob * 24.03.1920 in Merzig/Saar, SS Untersturmführer , SS-PzDiv."Das Reich" SS-PzRgt.2

 Die SS Division war an zahlreichen Kriegsverbrechen beteiligt, darunter die Ermordung von Frauen und Kindern in Oradur Sur Clan, die eingeschlossen in eine Kirche, bei lebendigem Leib verbrannt wurden.

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 Hans Laubenthal *1911 in Merzig +1941  SS Rottenführer in einem Totenkopfverband

Die unter Eickes Befehl stehenden Totenkopfstandarten „Oberbayern“, „Thüringen“ und „Brandenburg“ wurden im Polenfeldzug 1939 im Rücken der 10. bzw. 8.Armee eingesetzt. Als vom Heer unabhängige SS- Einsatzgruppen führten sie „Befriedungs“-, „Säuberungs“- und „Sicherungsmaßnahmen“ aus und wurden so zu den ersten Vollstreckern einer systematischen Vernichtungspolitik.Im Oktober 1939 wurden die Verbände der SS-Verfügungstruppe zur Aufstellung der VT-Division verwendet. Zur gleichen Zeit fasste auch Eicke Totenkopfstandarten zur SS Division Totenkopf zusammen die dann zahlreiche Kriegsverbrechen verübte. Eine Besonderheit bei der SS-Division „Totenkopf“ war, dass Eicke die KZ-Wachmannschaften als „persönliches" Reservepersonal betrachtete.

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Na,  erkennt ihr ihn, den Herrenmenschen?

Foto: Archiv Bernd Schirra

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Mitglieder der SA, SS und NSDAP aus Merzig

 Adam, Gotthard  Kaiserstraße 19 Polizeiwachtmeister  SS Scharführer 

Beckmann, Heinz   Losheimer  Straße 46  SS Sturmmann  

Behr, Josef   SS Sturmmann  

 Cinti, Nikolaus Neustraße 35  Kraftfahrer  SS Sturmmann

Scholtes, Alois  Schlachthof 36  SS Sturmmann 

Berty, Karl Heinz Straße des 13.Januar 58 ( heute Schankstraße) SS Rottenführer

Engels, Ludwig   SS Rottenführer

Sode, Anton  Goethe Straße 3  Kraftfahrer  SS

Schilly, Erich Stefansberg 8  SS Rottenführer

Schuh, Jakob Trierer Straße 7  SS Rottenführer

Schwindling, Johann Kaiserstraße 29  SS

Schwindling, Theo  Kaiserstraße 56  Bäckermeister  SS Scharführer

Kartes,Nikolaus Moltkestraße 9 (heute  Gutenbergstraße) SS  Unterscharführer

Kiefer, Fritz   SS Rottenführer 

Schreier, Peter  Trierer Straße 155  SS

Loch, Hermann   SS Sturmmann

Schlick, August Schankstraße 12  SS

Michels, Matthias  Moltkestraße 3 (heute Gutenbergstraße) SS- Sturmmann 

Ripplinger, Peter SS Rottenführer

Schmidt, Max  Josefstraße 3  SS

Mautes, Josef SS Unterscharführer

Schwindling, Hans SS Unterscharführer

Ney, Kurt   SS  ?

Mautes, Josef  SS Unterscharführer

Hölzhäuser, Franz Scharführer gehörte dem SD an

Broesgen, Wilhelm  SS Unterscharführer

Neumann, Kurt  SS  

Schreier, Anton   SS 

Bulla, Hans   SS

Wüst, Ivo Wüst  SS 

Filipsky, Paul  SS Untersturmführer

Buss, Heinrich   SS Oberscharführer

Dr. med Weinand, Willy  SS - Arzt 

Dr. med Müller, Hermann   Waldstraße SS- Arzt 

Neuhausen, Franz SS  Obergruppenführer

Jakob, Claus  SS  Untersturmführer

Kartes, Nikolaus  SS Unterscharführer

Engels, Ludwig  SS Rottenführer

Becker, Heinrich  SS Rottenführer

Schulte, Friedrich  SS  

Bummer, Franz  Ingenieur SS  Hauptsturmführer

Maringer, Jakob SS Unterscharführer

Wächter, Heinrich Kreuzbergstraße 51 SS Unterscharführer

Wandernoth, Klaus  Mühlenstraße 17  Fabrikarbeiter SS

Wandernoth, Peter Mühlenstraße 17  Fabrikarbeiter  SS

Wegner, Karl Seminarstraße 10  Hausmeister  SS

Welsch, Johann Fellenbergstraße 27 Angestellter  SS

Zenner, Johann Fischerstraße 18  SS

Eck, Guido  Merchingerstraße 28  RWE Angestellter  SS Unterscharführer

Hoffmann, Albert  Merchingerstraße 17  Elektriker  SS

Jaeger, Rudolf  Poststraße 28  SS Oberscharführer

Dr. Ehresmann, Kurt Trierer Straße 148  SS Sturmarzt

Feuser, Friedrich  Trierer Straße 148  SS Scharführer

Heydecker, Oskar  Bismarck Straße 8  SS Sturmmann

Feuser, Hans  Trierer Straße 148  SS Scharführer

Junges, Franz  Kreuzbergstraße 25  SS Rottenführer

Franzen, Friedrich Trierer Straße 56  SS Scharführer

Geier, Ernst  Kaiserstraße 64  SS Scharführer

Geier, Jakob  Kaiserstraße 64  SS Scharführer

Geier, Willi  Boch Straße 18  SS 

Glandien, Max  Rotensteiner Weg 143  SS 

Günther, Otto Kaiserstraße 58  SS Sturmmann

Kühnen, Walter  Losheimerstraße 44  SS

Körner, Theodor Joh.  Merchingerstraße 46  SS Sturmmann

Lefebre, Josef  Trierer Straße 25 SS Sturmmann

Leon, Alois Trierer Straße 148  SS  

Güttler, Georg Trierer Straße 37 Buchdrucker  SS

Jung, Otto Losheimerstraße 30  SS

Neumann, Kurt  Schankstraße 31 SS

Jung, Peter  Boch Straße 33  SS

Seiler, Johann  Triererstraße 4  SS

Sellen, Johann  Annastraße 26 SS

Eck, Alois SS

Neuerburg, Franz oder Fritz  Kirchplatz 12  SS

Rupp, Claudius  Seminarstraße 10  SS Hauptsturmführer 2.SS Panzerdivision "Das Reich"

Müller, Eberhard  Waldstraße 22 SS  Leibstandarte Adolf Hitler

Laubenthal, Hans  SS Rottenführer SS Totenkopfverband 

Melchior, Karl SS Unterscharführer gehörte zum Personal einen KZ Aussenlagers in Lemberg/Janowska.

1949 wegen Ermordung von Häftlingen zu 10 Mal lebenslänglich verurteilt. 1959 erneutes Verfahren.  

Vor Prozessbeginn verünglückte Melchior tödlich.

 

( Adressen vor 1945)

 

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Heinrich Becker Merzig Josef-Bürckel-Straße 32* (heute Torstraße)  SA

Willi Dillschneider Merzig  SA

Ludwig Engel Merzig  SA

Jakob Jung Merzig  SA Oberscharführer

Leo Jaeger Merzig SA Obertruppführer

Peter Kleber Merzig  SA

Peter Adler SA Obersturmmann

Bernhard Lamberti Merzig von Boch Straße 9  SA Oberscharführer

Ludwin Ludwig Merzig  SA

August Seiwert Merzig SA Rottenführer

Hans Harig SA Standartenführer

Willi Jung SA Rottenführer

Berthold Vogt Merzig  SA

Matthias Steuer Merzig  SA Rottenführer

Heinrich Roer Merzig Poststraße Merzig  SA Obertruppführer

Peter Bodem Merzig  SA

Engelbert Boos Merzig  SA

Theodor Kranz Merzig  SA

Leo Dostert SA Truppführer

Matthias Karges Polizist SA Truppführer

Josef Rohr Lehrer  Wilhelmstraße 24* SA Scharführer

(* Adresse vor 1945)

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Dr. Otto Reisel Bürgermeister und Kreisleiter NSDAP

Georg Brauch ehem. Bürgermeister NSDAP

Hubert Nelles Bürgermeister und Kreisleiter NSDAP und SA

Jakob Meyers Lehrer NSDAP

Ernst Schmidt Kreishauptstellenleiter NSDAP

Nikolaus Welsch Blockleiter NSDAP

Sebastian Kirtz NSDAP

Peter Bollinger NSDAP Spitzel des SD

Josef Austgen NSDAP

Jakob Kewerkopf NSDAP

Josef Hoffmann NSDAP

Nikolaus Simonis NSDAP

Alois Düro Kreishauptstellenleiter NSDAP

Johann Peter Dillschneider NSDAP

Matthias Kerwer Kassenleiter NSDAP Ortsgruppe Besseringen

Wilhelm Schmidt Kreisvermessungsrat NSDAP

Hans Stockfisch Oberzollsekretär NSDAP

Johann Bock NSDAP

Johann Heinrich Kell Schulrat NSDAP

Johann Thiel NSDAP

Gustav Wesseler NSDAP   

Wilhelm Kratz Rechtsanwalt und Gründer CDU Kreis Merzig Wadern NSDAP, Deutsche Front

Franz Wacheck Stadtbauinspektor Wilhelmstraße 33* NSDAP

Franz Hagelücken Studienrat Annastraße 24* NSDAP

 

Von den französischen Militärbehörden verfügte Ausweisungen 

Peter Mersdorf Polizeimeister

Franz Hagelücken Studienrat Merzig Annastraße**

Franz Wacheck Stadtbauinspektor Merzig Wilhelmstraße 33**

Rudolf Meyers Rektor Merzig Waldstraße**

Dr.med Hermann Müller Waldstraße 20**

Gustav Wisbar Merzig

Heinrich Türk Gastwirt Trierer Allee**

Gustav Wesseler Saarbrücker Allee**

( **Adressen zum Zeitpunkt der Ausweisung)

Quellen: Landesarchiv Saar

Merziger Zeitung

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Die Pogromnacht und der Judensturm, das Märchen von "das waren keine Merziger"

Es ist mir gelungen ,die Komplette Akte der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, zu den Vorgängen in der Reichspogromnacht zu erhalten

Hier schon mal eine Vorschau

Die beiden Gestapo Männer Jaskowiak und Mankowiak (Leiter der Gestapo Stelle Merzig) bedrohten Frenkel mit der Waffe  und forderten den Synagogenschlüssel.

An der Zerstörung und in Brand setzen der Synagoge, waren die SS Männer Kiefer und Holzhäuserbeide aus Merzig  massiv beteiligt

Bei der Zerstörung des jüdischen Friedhofes feuerte der evangelische Ingenieur Franz Bummer wohnhaft Brauerstraße 10* die Schüler und Mitglieder der HJ an.

Als Albert Brausch die Kinder stören wollte, wurde er Hans Haupert aus Merzig bedroht.

Der 13 jährige Paul Anton aus der Schankstraße* kam unter einen umstürzenden Grabstein und wurde verletzt.

Aussage Peter Lambert, Lehrer: Rektor Jakob Meyers kannte alle Kinder, die sich an der Zerstörung des Friedhofes beteiligt haben.

Johann Spaniol Schlachthofstraße 30 (Baracken) hat die Schaufensterscheibe am Haus Weil eingetreten. Er hat ein Radio und eine Steppdecke gestohlen.

Polizist Mersdorf schaute zu.

An dem "Judensturm" war auch Hitlerjunge Balle, Hans Baustert, HJ Führer Hoffmann und der Lehrling Harz von Bäckermeister Theo Schwindling beteiligt . 

Quelle: Staatsanwaltschaft Saarbrücken

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In Merzig geboren

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   Der  schlimmste Kriegsverbrecher mit Wurzeln in Merzig - Klaus Barbie, der Schlächter von Lyon

                                                                                                                                                                                                                 

                                                                                                                                                           

 Klaus  Barbie

SS-Hauptsturmführer, Gestapo Chef von Lyon

SS-Nr. 272 284

NSDAP Nr. 4.583.085

                                                                                        

 

Das Hotel Terminus in Lyon. Zentrale der Gestapo

Bilder: Holocaust Research Project

 

 

Nikolaus "Klaus" Barbie war der Sohn des Lehrers Nikolaus Barbie aus Merzig und der Lehrerin Anna Hees, die aus Mehren stammte. Da beide unverheiratet waren, ging Anna Hees zur Geburt von Klaus Barbie nach Bad Godesberg. Nach der Geburt am 25.10.1913 kam Anna Hees mit dem Kind zurück nach Merzig. Sie lebten im Haus des Großvaters Nikolaus Barbie in der Josefstraße. Im Jahre 1914 heirateten Vater Nikolaus Barbie und Anna Hees in Merzig. Als der Vater Nikolaus als Soldat in den 1.Weltkrieg ging, zog Anna Hees mit dem Kind nach Mehren zu ihren Eltern. Klaus Barbie war aber oft in Merzig zu Besuch. Nach der Rückehr des Vaters zog Familie Barbie nach Trier. Hier begann der Aufstieg von Klaus Barbie zu einem der grausamsten Kriegsverbrecher des 2.Weltkrieges. Der Vater und sein Bruder Kurt  starben 1933.

 

Barbie heiratet am 25.4.1940 Regina Willms aus Osburg bei Trier. Am 30.6.1941 wurde Tochter Ute-Regina geboren und 1946 wurde Sohn Klaus Georg in Kassel geboren.

 

Barbie lebte bis 1947 in Deutschland. Weil er aber gesucht wurde, wurde mit Hilfe des britischen und amerikanischen Geheimdienst über die sogenannte "Rattenlinie" nach Bolivien geschleusst. (Mit der Hilfe des Vatikans wurden nach 1945 viele Kriegsverbrecher nach Südamerika geschleusst. Diesen Weg bezeichnete man als Rattenlinie.) Obwohl er in Deutschland gesucht wurde, tätigte Barbie 1966 Waffengeschäfte für den BND. Die ganze Geschicht hat der Historiker Peter Hammerschmidt in dem Buch "Deckname Adler" aufgeschrieben.

Barbie lebte unbehelligt in Bolivien. Sein Sohn Klaus Georg heiratete am 5.6. 1968 eine Französin. Am 1.5.1980 stürzte der begeisterte Drachenflieger vor den Augen seiner Frau und Klaus Barbie, der inzwischen den Namen Altmann führte, in der Nähe von La Paz ab und verletzte sich tödlich.  Er wurde auf dem Deutschen Friedhof von La Paz beerdigt.

 

Uta - Regina Barbie heiratete den Österreicher Johann Messner und lebt in Österreich. Nach einem Regierungswechsel wurde Klaus Barbie alias Altmann am 4.2. 1983 an Frankreich ausgeliefert. Am 4.7.1987 wurde Barbie wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Am 25.9.1997 starb Klaus Barbie im Gefängnis von Lyon im Alter von 77 Jahren an Krebs.

 

 

 

                                                                                        Das Haus von Nikolaus Barbie in der Josefstraße in Merzig im März 1944

Quelle: US AIR FORCE

  

SS Hauptsturmführer Klaus Barbie

Quelle: Holocaust Museum Washington

 

 

Klaus Barbie mit Tochter Ute Regina und Schwiegersohn Heinrich Messner in Bolivien

Quelle: The Devils Agent von Peter M. Farren und Fadrique Iglesias


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    Beerdigung von SS Oberscharführer Franz Holzhäuser im November 1938

Der Sarg wird aus dem Gebäude der Gestapo Stelle Merzig gebracht.

Holzhäuser war Angehöriger des SD und Leiter der Gestapo Außenstelle in der Bahnhofstraße 15 in Merzig   

  

  Foto: Merziger Zeitung 

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Die Dämme brechen

Die Juden wurden seit Jahrhunderten verfolgt Im I. Weltkrieg haben viele Juden tapfer für Deutschland und den Kaiser gekämpft. Viele haben ihr Leben geopfert und dennoch wurde schon 1917 der jüdische Friedhof in Merzig geschändet.

Der Antisemitismus und  der Judenhass war keine Erfindung der Nationalsozialisten, sie legitimierten aber den Hass und die Gewalt gegen die Juden. In der Stadt Merzig haben 93,8 % die Nationalsozialisten gewählt, daraus erkennt man wie groß auch hier in Merzig und den heutigen Stadtteilen der Hass auf die Juden war. Es gab zwar schon vor 1935 Gewalt gegen Juden in Merzig. In Merzig z.b klebte ein Konditorlehrling  ein Plakat an das Cafe Himmelreich mit folgendem Text: " Mach euer Testament gleich. Liebe Saujuden,hört mich an, Himmelreich Kahn Lumpenhändler. Also neun Tage dürft ihr leben und keine Minute länger". (Quelle: Die Geschichte der Juden im Saarland). Aber die Angliederung an Nazideutschland ließ alle Dämme brechen. Ab 1.März 1935 gehörte das Saarland offiziell zum  Deutschen Reich. Viele Juden wussten was auf sie zu kommen wird und suchten ihre Rettung in der Emigration.

Der Völkerbund hatte mit dem NS Regime im Deutschen Reich ein Abkommen geschlossen, wonach für ein Jahr im Saarland niemand aus politischen oder rassistischen  Gründen verfolgt werden durfte. In dieser Zeit sollte jeder Ausreisen können ohne die sogenannte "Reichsfluchtsteuer" zu zahlen. Diese Frist endete am 29.Februar 1936. Viele nutzen diese Gelegenheit und emigrierten überwiegen nach Frankreich, aber auch nach Luxemburg, Holland, Schweiz und Übersee. Trotz der Schutzklausel, begann der Terror der Nationalsozialisten direkt nach der Angliederung an das Deutsche Reich.  

Anmerkung: Unter dem Decknamen Aktion 3 fand die Verwertung von jüdischem Eigentum durch die Arischen Deutschen statt. Die "Entjudung" begann im Deutschen Reich schon 1933 und im Saarland ab 1935. Es wurde eine Reichsfluchtsteuer erlassen. Diese besagte, das 1/4 des Vermögens an das Deutsche Reich gezahlt werden musste. Ausgeführt werden durften nur 2000 RM, der Rest musste auf einem Sperrkonto hinterlegt werden. Wertgegenstände mussten vor der Ausreise verkauft werden und auch dieser Erlös musste auf das Sperrkonto.

Im Jahre 1938 mussten die Juden Angaben über ihren Besitz machen, und die Banken mussten über Schulden und Vermögen der Juden Auskunft geben. Nach Abzug der Schulden von 5,1 Milliarden blieb ein Vermögen von etwa 12 Milliarden RM ( 1 Reichsmark 1938 entspricht 4,38 Euro heute Quelle: Statistisches Bundesamt). Wer das Glück hatte und ausreisen konnte, musste den Kaufpreis der mitgenommenen Gegenstände an das Deutsche Reich abführen. Schmuck, Edelmetall, Gemälde, Näh und Schreibmaschinen durften gar nicht ausgeführt werden. Nach der Deportation wurde das Eigentum der Juden versteigert. Selbst nach der Ermordung hat man die Haare und das Zahngold der Opfer verwertet. 

(Quelle: Betrifft Aktion 3- Deutsche verwerten jüdische Nachbarn)

Ein Beispiel für die Verwertung der jüdischen Opfer:

 

                                                                                                                                 (Quelle: Betrifft Aktion 3- Deutsche verwerten jüdische Nachbarn)

  

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Dieses Deckchen, dass Erinnerung wach ruft, wurde nach der Deportation von Bella Berl von den Nazis aus der Wohnung von Frau Berl gestohlen.

Der Hausrat der Deportierten wurde dann an Nichtjuden versteigert. Besonders schändlich ist die Tatsache, das in einem Artikel von 2012 damit Werbung gemacht wird.

Quelle: Saarbrücker Zeitung

Der Artikel ist eine reine Erfindung der Saarbrücker Zeitung, Redaktion Merzig und ist ein Beispiel von eklatant  unseriösem Journalismus. In diesem Haus in der Poststraße haben nie Juden gewohnt.

 

 

 

Auszug aus der Inventarliste der Wohnung von Bella Berl, Schankstraße

Das ganze Inventar wurde für 14,10 Reichsmark an Merziger Bürger versteigert.

Darunter auch das Spitzendeckchen 

  Quelle: Landesarchiv Saarbrücken

Der Gauleiter Josef Bürckel initiierte die Saarpfälzische Vermögens Verwertungs GmbH, eine Auffanggesellschaft für jüdisches Vermögen. Einige Juden die in der Reichspogromnacht verhaftet wurden, wurden gezwungen, ihr Vermögen dieser Gesellschaft zu übertragen.

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Der typische Nazi - Peter Bollinger

Peter Bollinger geboren 1903 in Saarbrücken, wohnte in Merzig in der Annastraße 6. 1918 machte er eine Ausbildung bei der Kreisverwaltung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Quelle: Staatsanwaltschaft Saarbrücken

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Der Denunziant

Stefan Fehr war pensionierter Eisenbahner und wohnte in der Triererstraße 45 in Merzig. Fehr hat 1938 den Kommunisten Ripplinger wohnhaft Mecherner Str. 18 in Hilbringen  denunziert, weil dieser über die Partei und Hitler geschimpft hat. Ripplinger musste 9 Monate ins Gefängnis.

1947 wurde Fehr verhaftet und in Theley interniert. Am 6.12. 1947 wurde Fehr in Theley verhört. Das Urteil des Epurationsgericht lautete: Der pensionierte Eisenbahnschlosser Stefan Fehr wird in die Kategorie der Schuldigen eingestuft.  Die Pension und Rente wird eingezogen.

Fehr starb vor Abschluss der Epuration.

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Die Profiteure

Ein Merziger Antisemit hat bestritten, dass in Merzig Einwohner von der Vertreibung der Juden profitiert haben. Aber man hat mir auch gesagt, es wäre kein Jude aus Merzig ermordet worden und an den Vorfällen in der Pogromnacht, wären auch keine Merziger beteiligt gewesen. Alle Behauptungen konnte und kann ich widerlegen.

Zur Geschichte


1935 wurde durch die Saarabstimmung die Saar an das Deutsche Reich angegliedert. Somit begann die Verfolgung der Juden auch hier. Saarländische Juden waren durch die "Römischen Abkommen" noch bis zum 29.Februar 1936 vor der Anwendung der Rassengesetzgebung geschützt, aber nach diesem Tag gab es kein Erbarmen mehr. Die Juden hatten nur kurze Zeit um ihr Eigentum zu verkaufen um emigrieren zu können. In Merzig haben sich die arischen Mitbürger, wie im übrigen Deutschen Reich, schamlos am Eigentum der vertriebenen und deportierten Juden bereichert. Einige hatten "Glück" und es gab keine Überlebenden Juden die ihr Eigentum zurück forderten, andere wurden nach 1945  von Überlebenden oder Angehörigen der ermordeten Juden auf Rückgabe des geraubten Eigentums verklagt. Es kam zu sogenannten Restitutionsklagen.

Obwohl jeder wusste, welchem verbrecherichen System man gedient hat. Obwohl jeder von den grausamen Verbrechen  an den  Juden wusste zeigte keiner Reue,keiner hatte ein schlechtes Gewissen. Im Gegenteil, man hat die Juden weiter mit Schmutz beworfen. Diese Generation die sich immer so unwissend gab, waren durch und durch Nazi

 

Fall 1

Restitutionsklage

Alice Woythaler geb. Weil und Gertrud Lazarus geb. Weil Sao Paulo/ Brasilien als Erben des Kaufmanns Leo Weil

gegen

Eheleute Matthias Schettle und Katharina Schettle geb. Schwindling Poststraße 48  Merzig

wegen Anspruch

Hausgrundstück Grundbuch von Merzig Band 17 Blatt 1784 Poststraße 48 (früher Adolf - Hitler Straße 51)

 

Landgericht Saarbrücken Merzig März 1948

Anklage

Nach dem Tod des jüdischen Kaufmanns Leo Weil wollten die Töchter als Erben das Haus in der Poststraße 48 verkaufen. Moritz Woythaler war beauftragter von Alice Woythaler geb. Weil und Gertrud Lazarus geb. Weil. Das Ehepaar Woythaler wohnte zu diesem Zeitpunkt in Brüssel. Woythaler kam mit Sondergenehmigung des Deutschen Reiches für begrenzte Zeit nach Merzig um das Haus zu verkaufen. Der vom Finanzamt Merzig festgelegte Einheitswert betrug 29700 Reichsmark.

Der Kaufmann Matthias Schettle kaufte das Haus für 18650 Reichsmark. Diesen Kaufpreis hat Schettle nie bezahlt. Die Erben hatten auch keine Möglichkeit den Kaufpreis einzuklagen. Schettle vermietete das Untergeschoss an die AOK, die wgen der vielen Westwall Arbeiter eine Filiale in Merzig brauchte.

Verhandlung

Schettle wurde vertreten von RA Erwin Müller Saarbrücken

Schettle gab an: Die Juden sind uns nachgelaufen um das Anwesen zu verkaufen

                             Die Juden standen nicht unter Druck

                             Das Anwesen war in einem herunter gekommenen Zustand

Wegen des Verhaltens von Schettle legt RA Müller sein Mandat nieder. Neuer Verteider wird RA Kieborz aus Merzig. (Anm. Kieborz hatte sich auch an jüdischem Eigentum bereichert und wurde 1949 von Dr. Julius Weil aus Sao Paulo verklagt)

Urteil 9. März 1949

Der Beklagte MAtthias Schettle muß das gesamte Anwesen an die Kläger zurück geben

12.04.1949 legt Kieborz Berufung ein. Begründung: Es wird bezweifelt das die Verkäufer unter moralischem Zwang standen.

(Anm. Eine Unverschämtheit, wenn man die Umstände und die politischen Verhältnisse kennt. Es sagt aber auch viel aus über die Beteiligten, deren Geisteshaltung und politische Einstellung, die sie auch noch 1945 nicht geändert haben. Eben überzeugte Nationalsozialisten.

Der Vergleich

Schettle muß den Klägern 1.400.000 Ffrs zahlen

Am 15.11.1949  500 000

      31.03.1950  500 000

                          30.06.1950  400 000 +4% Zinsen

Quelle: Landesarchiv Saarbrücken

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Walter Kahn, der letzte Inhaber des Kaufhaus Kahn erzählt:

Als Hitler die Macht ergriffen hat, hat man auch in Merzig langsam aber sicher gemerkt, dass es auch hier gegen die Juden geht. Nach und nach verlor man alle Freunde. Besonders nach der Saarabstimmung 1935 haben sich die Kunden im Geschäft nicht mehr sehen lassen, weil sie Angst hatten, von einem Juden bedient zu werden. Man hat uns verdammt. Als ich eines  morgens ins Geschäft kam, waren die Scheiben mit der Aufschrift "Juden" verschmiert. Man hat die Angestellten daran gehindert, die Fenster zu reinigen. Wir mussten es selber tun. Bis zur Ausreise wohnten wir über unserem Geschäft, da es zu gefährlich wurde. Wir wohnten in der Saarbrücker Allee, aber dort hatte man eines nachts sämtliche Wasserleitungen zerschnitten und das Haus geflutet. Das Haus war unbewohnbar. Verkaufen konnten wir das Geschäft nicht, denn jeder der das Geschäft angesehen hat, wurde durch die Partei gewarnt,  wenn sie das Geschäft kaufen würden, würden sie boykottiert. Ein Dekorateur hat das Geschäft dann zu einem Spottpreis übernommen. Das zerstörte Haus in der Saarbrücker Alle war zerstört und als solches auch nichts mehr wert. 1936 sind wir dann nach Echternach gegangen. Dort blieben wir 2 Jahre bis wir die Papiere für Amerika hatten. 1938 sind wir dann nach Amerika ausgewandert. 

  

 

Das Kaufhaus Kahn 1934 mit der neu angebrachten Marmor Fassade. In der Tür stehend Walter Kahn

Foto: SR Fernsehen Nicht das wir Fremde waren - Die Juden von Merzig

 

 Das zerstörte Kaufhaus Kahn, dass nach der Flucht der Familie Kahn von J. Orth übernommen wurde.  Foto: Kahn

 

 

 

 

 13.Oktober 1934

 

  

Ab 13.Januar 1935 war dann das Kaufhaus Kahn das "arisches" Geschäft von Josef Orth

 

 

Walter Kahn bei seinem Besuch 1984 in Merzig

Foto: SR Fernsehen 

Walter Kahn lebt 1984 mit seiner Familie in New York/USA

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Im öffentlichen Leben und in den Vereinen begann man ab 1935 die Juden auszuschließen. Auf der Seite "Biografien" ist der Umgang der KG Humor mit Leo Weil als Beispiel beschrieben, wie man sich beeilte Leo Weil, der 25 Jahre Präsident war, aus der Karnevalsgesellschaft auszuschließen.

Das es auch anders ging zeigt das Beispiel des TV Heusweiler. Am 23. Februar 1935 beschloss die Jahreshauptversammlung des TV Heusweiler "den Juden Hermann Kahn mit Rücksicht darauf, dass er Kriegsteilnehmer  war und schon 35 Jahre Mitglied der DT ist, sowie Mitbegründer des Turnverein Dudweiler war, nicht aus dem Verein auszuschließen, sondern weiterhin als Mitglied zu führen."  

In der KG Humor hatte Hitler willige Helfer, in Heusweiler war das anders, sie haben das getan was die KG Humor auch hätte tun können, wenn man es dann gewollt hätte.

Die KG Humor hatte offenbar keine Probleme mit der Vergangenheit, im Jahr 1963 wurde ein SS - Mann Präsident und ein SA Obertruppführer Beisitzer. 

                                                                                                         Quelle: Die Last der tausend Jahre                                                                                                                           

 

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Auch im Krieg kann man gute Geschäfte machen

Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich 1935 und damit verbundenen Baumaßnahmen und Kriegsvorbereitungen, gab es in Merzig und Umgebung viele Arbeitskräfte des RAD. Es herrschte Goldgräberstimmung und da kam es ganz gelegen, das man sich der jüdischen Konkurrenz entledigen konnte. 

Schon von 1935 hatte die Betriebsführung der Firma Villeroy & Boch starke Hoffnungen in die Rückgliederung des Saarlandes gesetzt. Der Betrieb wurde stramm nationalsozialistisch ausgerichtet. Nach Aussagen ehemaliger Arbeiter versprach sich die Firma große Aufträge im Kasernenbau und Rüstungsgeschäft

 Quelle: Jugenserver Saar

Aus dem Geschäft von Julius Kahn wurde  

 

aus dem Geschäft von Leo Simon wurde 

 

aus dem Kaufhaus Kahn wurde

 

 auch die Gastronomie passt sich den neuen Zeiten an

 

 Während ein Bruder gegen die Faschisten kämpft macht der andere mit den Faschisten gute Geschäfte 

 

 

 

 

 

            Quelle: Archiv für die Geschichte des Buchhandels

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 Ehemalige jüdische Häuser

 

1935 musste Max Kahn emigrieren und die Familie Zimmer hat das Geschäft "übernommen".

 

 

 

Quellen: Merziger Zeitun und Archiv Bernd Schirra

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1939 - Das  Grenz Infanterie Regiment 125 unter Major Kröckel bei der Parade zum  
Geburtstag von Adolf Hitler am 20.April 1939 auf dem Hindenburgplatz (heute Kirchplatz)  

Major Kröckel, Kommandeur II. Bataillon (II./GrzIR125)( Adjutant Leutnant Pieper) 

 

 
 


  Fotos: Archiv Bernd Schirra


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Die Ermordung von 20 US "Neger" Soldaten in Merzig -  Wahrheit oder Legende?

Das Gerücht um die Ermordung von US Kriegsgefangenen in Merzig gibt es schon lange Jahre. Niemand wusste aber so richtig ob es diesen Mord wirklich gegeben hat. Ich habe das Thema wieder aufgegriffen, als ich in dem Buch "Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg?: Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44 "   von Peter Lieb gelesen habe, das die War Crime Kommission in der Nähe von Merzig ein Massengrab mit ermordeten US Soldaten gefunden hat.

 


Quelle: Konventioneller Krieg oder NS Weltanschauungskrieg? Prof. Peter Lieb


Einen weiteren Hinweis habe ich in dem Buch " Forgotten Victimes Blacks in the Holocaust" von Robert W. Kesting gefunden. Kesting schreibt, das am 1. September 1944 20 schwarze US Soldaten die in einem Hotel in Merzig interniert  waren, durch die Gestapo unter dem Kommando von Gestapo Chef Flick, in einem Wald ermordet und verscharrt wurden. Hier ist der erste Fehler von Kersting, es gab keinen Gestapochef Flick, es war der Standartenführer Fick.. Endgültig  habe ich mich dazu entschlossen der Geschichte auf den Grund zu gehen, als mich ein SS Mann der 17. SS Panzer Grenadier Division "Götz von Berlichingen"  angerufen und mich mehr oder weniger bedroht hat. Da wurde mir klar, dass es da etwas gab. Um endgültig Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich mich mit dem amerikanischen Nationalarchiv in Verbindung gesetzt.

 

Die amerikanischen Behörden haben mir dann viele wichtige Unterlagen zu dem Fall geschickt. Darunter Verhörunterlagen von Beteiligten.

 

Fakt ist, im September 1944 lag das 37. SS Panzer Grenadier Regiment "Götz von Berlichingen" in und um Merzig. Die Regimenter sollten aufgefrischt werden. Man erwartete 3500 SS Soldaten aus Kurland. Der Kommandeur Obersturmbannführer Jakob Fick, hatte seinen Sitz im Hotel zur Post in der Bahnhofstraße.( die Anwesenheit der SS  war einer der Gründe für den Luftangriff am 19.November 1944 auf Merzig und nicht wie immer noch behauptet wird, das Werk von Villeroy&Boch ).

 

 

Die Geschichte

 Am 9.November 1944 wurde in der Nähe von Faul Quermont der SS - Sturmann Willi Sehmann von amerikanischen Soldaten der 3.US Armee gefangen genommen. Willi Sehmann war Franzose, geboren 1914 in Wolfskirchen Alsace-Lorraine. Er wurde zwangsweise zur Wehrmacht eingezogen. Wegen Verfehlungen wurde er zur Bewährung zur 17. SS Panzer Grenadier Division "Götz von Berlichingen" versetzt.

 

Im Kriegsgefangenenlager Camp Butner, Durham, North Carolina machte Sehmann vor der War Crime Commission seine Aussage

Anwesend waren

Captain Henry H. Fox Judge Advocate Generl`s Office War Crime Commission

Captain Lyle T. Dawson C.M.P Labor & Liaison Division

Arthur C. Hendrix Office of the Judge Advocate General als Schreiber

Willis J.Best 1" Lt. QMC Military Intelligence CPM Branch als Dolmetscher

 

Verhör des Kriegsgefangenen SS-Sturmann Willi Sehmann Kriegsgefangener Nr. 31-G-1540173

 

Aussage Willi Sehmann am 20.August 1945

 

Anfang September 1944 war ich im Hotel "Zur Post" in Merzig. Ich sollte mich in einem Büro in der 2.Etage melden. ich bemerkte in einem anderen Raum 15 oder 20 Neger Soldaten. sie saßen zusammengekauert und wurden von einem Feldwebel der SS Militärpolizei bewacht. Sie sprachen englisch und trugen amerikanische Uniformen. Der Feldwebel der sie bewachte erzählte mir, dass die Soldaten bei Diedenhofen gefangen genommen wurden. Ich ging in das Restaurant des Hotel Zur Post. Die Kellnerin erzählte mir, der Kommandeur des 37. SS Panzer Grenadier Regiments hätte angeordnet das die Gefangenen von SS - Soldaten erschossen werden. Ich fragte daraufhin den Feldwebel der die Gefangenen bewachte, was mit den Gefangenen passiert. Er sagte, sie werden auf den Friedof gebracht und dort erschossen. Die Erschießung sollte unter Kommando von Obersturmbannführer Nieschlag erfolgen.Einige Tage später ging ich um meine Neugier zu befriedigen auf den örtlichen Friedhof. Dort endeckte ich eine Stelle mit einem Erdhaufen, die aussah wie ein Massengrab.

 

Auf die Frage wo der Friedhof liegt

 

Der Friedhof an der Hauptstraße die nach Trier führt. Er liegt etwa 1,5 Kilometer vom Hotel Zur Post entfernt. Etwa 300 Meter hinter der Kirche, auf der rechten Seite.


Auf die Frage wo der Erdhügel sich befand

 

Von der Hauptstraße aus gesehen, befindet sich der Erdhügel auf der anderen Seite der Mauerdie den Friedhof umgibt. Etwa in der Mitte.

 

 

Verhör von Obersturmbannführer Karl Heinz Nieschlag 17.  SS Panzer Grenadier Division " Götz von Berlichingen"

Kriegsgefangenen Nr. 31-G-6365609

Gefangenenlager für SS Offiziere Dachau

7706th War Crime Group APO 205 US Army 

15. Januar 1947

Anwesend waren

 

Walker K.Walker Staatsanwalt Council Section Dachau  Det. 7706th WCG APO 205

 

Georgina I. Wright Schreiber CWS 4 Dachau  Det. 7706th WCG APO 205

 

Fred Frankl Dolmetscher Dachau  Det. 7706th WCG APO 205

 

 

Auszug aus der Aussage Obersturmbannführer Karl Heinz Nieschlag 15.Januar 1947

 

Am 25.August 1944 verlegten wir das Regimen mit allen Männern und Material nach Merzig. Ich blieb in Merzig vom 25. bis 29.August 1944. Soweit ich mich erinnere wohnte ich im Hotel Merziger Hof. Ich ging dann nach Lebach. Dort blieb ich bis 2.September 1944 
Ich hatte den den Befehlalle alle restlichen Männer des Regiments 38 zu sammeln und das Regiment zu reorganisieren. Die Pläne des Divisionshauptquartier konnten nicht verwirklicht werden wegen des Druckes der feindlichen Truppen.
Am 4.September befahl mich der Divisionskommandeur zurück nach Merzig. Ich war das Haupt eines Stabes welcher als die Verbindung zwischen Divisions Hauptquartier und dem Kommandanten den neuen Einheiten die aufgestellt und ausgebildet werden sollten.
Ich habe in Merzig keine Kriegsgefangenen gesehen und mir ist auch nicht bekannt ob dort Kriegsgefangene erschossen wurden.

Anmerkung:

Nieschlag SS Nummer 257.862  NSDAP Nr.1.407.674 kam über die SA zur SS. Er gehörte seit 1934 der SS an. Am Frankreichfeldzug nahm er als Angehöriger der Totenkopfverbände teil. Er gehörte zu einer Schweren MG Kompanie. Seine Einheit hat 1940 100 Soldaten des 2.Royal Norfolk Bataillon die sich ergeben hatten, an einer Scheunenwand erschossen. Bis Kriegsende waren seine Einheiten immer wieder an Kriegsverbrechen beteiligt . Nieschlag wurde, wie so viele, nie verurteilt. Er starb am 30.11.2000 im alter von 84 Jahren.

 

Wie wahrscheinlich ist es das die Ermordung von 20 US Soldaten in Merzig stattgefunden hat?

Die Schilderung von Sehmann klingen aus meiner Sicht sehr unglaubwürdig.

Punkt 1 Hätte sich eine Kellnerin im Hotel Zur Post  getraut, einem ihr Fremden zu erzählen, das die SS Gefangene erschießen will? Die Gestapo hatte in Merzig eine Aussenstelle und  war hier in Merzig sehr präsent.

Punkt 2 Warum hätte die SS die Gefangenen von Diedenhofen nach Merzig bringen sollen um sie hier zu erschießen? Die SS hat Gefangene stets vor Ort liquidiert.

Punkt 3 Merzig war im September 1944 voll mit Soldaten aber auch Zivilisten, hätte die SS hier 20 Menschen unbemerkt erschießen können? Der Friedhof liegt in der Stadt und war damals schon umgeben von Häusern.

Punkt 4 An der von Sehmann beschriebenen Stelle gab es kein Massengrab. Das einzige Massengrab auf dem Probsteifriedhof ist das für die Bombenopfer vom 19.11.1944. Also Monate nach der angeblichen Ermordung der Gefangenen.

Punkt 5 Ich weiß von Zeitzeugen, dass nach 1945 an mehreren Stellen in Merzig gegraben und gesucht wurde. Gefunden wurde nichts. Die Ermittlungen wurden 1948 von der War Crimes Commission eingestellt.

Warum Willi Sehmann den US Behörden die Geschichte erzählt hat, kann heute nur noch vermutet werden. Vielleicht wollte er sich rächen oder er erhoffte sich Vorteile in der Gefangenschaft. Es wird nicht mehr geklärt werden können.


 

 Quelle: Nationalarchiv USA

 


 Quelle: Nationalarchiv USA

 

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Nach 1945 - eine neue Zeit beginnt, mit den alten Seilschaften.

Viele Opfer, die hofften Gerechtigkeit zu erfahren, wurden bitter enttäuscht. Die Nazis saßen auch jetzt wieder in Landesregierung, bei den Behörden und die Seilschaften funktionierten immer noch.

Das Schicksal von Prof. Dr. Lothar Sennewald (1948 bis 1955 Dozent der Medizinischen Fakultät der Univ. des Saarlandes).
Sennewald hatte 1944 Gestapo und KZ Haft erlitten, weil er als Arzt trotz Verbots jüdische Patienten behandelt und Juden auch in anderer Form behilflich war. Als Sennewald 1951 erfuhr, dass der Syndikus der ärztlichen und zahnärztlichen Standesorganisation des Saarlandes, der spätere CDU-MdL Erwin Albrecht, wegen seiner Tätigkeit als Richter im besetzten Prag auf der Liste der gesuchten Kriegsverbrecher stand, setzte er sich für dessen Auslieferung ein. In Prag hatte Albrecht u.a. Marianne Golz-Goldlust unter das Fallbeil geschickt, weil sie Juden bei der Flucht vor der Deportation geholfen hatte. Doch Albrechts Verbindungen und sein Einfluss in der saarländischen Politik, im Universitäten Bereich und innerhalb der ärztlichen Standesorganisationen reichten aus dafür zu sorgen, dass Prof. Dr. Sennewald seine Stellung verlor, während Albrecht trotz seiner Justizverbrechen bis zu seinem Tod 1985 straffrei blieb. Die Stelle von Prof. Dr. Sennewald übernahm an der Universität des Saarlandes Prof. Dr. Josef Gottlieb, früherer SS- Sturmbannführer und Oberstabsarzt der Waffen- SS.    
Quelle: Braune Spuren im Saar Landtag- NS- Vergangenheit saarländischer Abgeordneter                                                                                                                                                                                                                                                                                  
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